BIG ELECTRIC CAT



Die Klänge dieser international recht erfolgreichen Band, deren Name aus einem Science Fiction Roman von Philip K. Dick entnommen wurde, erreichen uns vom anderen Ende der Welt - aus dem fernen Australien. Wem dieses Herkunftsland als Quelle düsterer Musik befremdlich erscheinen mag, der sei daran erinnert, daß auch DEAD CAN DANCE, Nick Cave (NICK CAVE AND THE BAD SEEDS) und Valor (CHRISTIAN DEATH) daher stammen - aber auch andere Formationen wie IKON, STRENGTH THROUGH JOY, MERIDIAN, EDEN oder eben BIG ELECTRIC CAT haben ihren Sound sogar in unseren Breiten etablieren können.

Aus der Zusammensetzung der Band (Paul Sadler - Gitarren und Gesang, Deborah Denton - Keyboards, Programming und zusätzlicher Gesang, David Block - Bass, Dr. Ruth - Schlagzeug (Dr. Avalanche läßt grüßen...)) kann man bereits erahnen, daß BIG ELECTRIC CAT nicht allein "klassischen" Goth Rock machen, sondern sich auch den elektronischen, aktuelleren Sounds geöffnet haben. Heraus kommt eine ungewöhnlich licht und fröhlich klingende Mischung, welche nicht nur von der Stimme her an THE MISSION erinnert, da man deren vergangenen Pathos durchaus wiederzubeleben weiß.

Nachdem die Australier, die sich 1991 zusammengefunden haben, lange nur als Geheimtip gehandelt wurden, änderte sich dies mit der Veröffentlichung des erste Album "Dreams Of A Mad King" (1994) auf dem amerikanischen Cleopatra Label sowie der diversen Samplerbeiträge (beispielsweise "Gothik Rock 2"). Ihre Experimentierfreudigkeit bewiesen sie mit der Freigabe der Songs vom ersten Album für diverse Remixer, was auf dem Silberling "Burning Embers" (1995) verewigt wurde. Nicht ohne Grund wurde das tanzbarste Stück vom Debut ("twisting man") in der elektronisch von ÜBERZONE bearbeiteten Version für den ambitionierten 4CD Sampler "Goth Box" ausgewählt, welches seitdem auch in diversen Clubs Spielzeit fand. 1996 zeigten sich BIG ELECTRIC CAT live auf der Congregation Tour mit SWITCHBLADE SYMPHONY und CHRISTIAN DEATH, auf Neues mußte man jedoch weiter warten.

Erst jetzt ist scheinbar die Zeit reif für ein neues Album, "Eyelash", auf welchem die durch die Remixarbeit gewonnenen Kenntnisse auch umgesetzt wurden, jedoch ohne den Charakter einer Goth Rock Band zu verlieren. Leider ist der ursprüngliche, eingängige Charme der ersten Schritte etwas verloren gegangen, die 9 Stücke wirken vom Sound her fast ZU satt. Mangels der für die Tanzbarkeit erforderlichen Härte ist dieses Album nur noch für gemütliche Stunden zu Hause zu gebrauchen.

Zwar können BIG ELECTRIC CAT mit ihrem neuen Album noch nicht zur Speerspitze des internationalen Goth Rocks aufrücken, sie bleiben allerdings nach wie vor in der katzentypischen Lauerstellung, so daß man auf die weitere Entwicklung achten sollte. Angesichts der immensen Veröffentlichungsflut wird "Eyelash" dann auch eher untergehen, jedoch passen die letzten Worte des herausragenden tracks "crash" nahezu perfekt auf die Große Elektrische Katze: "...she´s buried, but she´s not dead"!

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