KILLING JOKE - „XXV Gathering: Let Us Prey" (CD)

Wenn eine Gruppe nach einem Vierteljahrundert Bandgeschichte ein Livealbum veröffentlicht, dann kommt schnell der Verdacht auf, daß es sich hierbei nur um eine kommerzielle Ausschlachtung mangels neuer Ideen handeln kann. Das mir zur Besprechung dankenswerterweise vorliegende Album ist jedoch nicht ein solches Werk irgendeiner in die Jahre gekommenen Band, sondern ein weiteres Lebenszeichen der Postpunk-Legende KILLING JOKE - und folgerichtig dröhnt aus den Boxen ein brodelnder und hochgradig lebendiger Livesound in einer derartigen Qualität heraus, daß man fast von einer Livevariante eines Best-Of-Albums sprechen könnte, würden auf der prall gefüllten CD mit lediglich 15 Stücken nichtsdestotrotz viel zu wenige ihrer bekannten Hits Platz finden können, um einen solchen Anspruch gerecht zu werden. Natürlich fehlt ihr Hit für die Ewigkeit, „Love Like Blood" vom der 1985er LP „Nighttime" nicht - doch wer bislang KILLING JOKE darauf beschränkt hat, dem wird mit „XXV Gathering" hoffentlich endgültig dieser unfaßbare Irrtum aus den Gehörgängen geblasen, krachen einem doch aus fast der gesamten Discographie eine herrliche Auswahl entgegen. „Wardance" und „The Wait" von der ersten LP, „Song And Dance" von der zu Unrecht viel zu häufig unterschätzten 83er Scheibe „Fire Dances", „Pssyche" von der 82er 10" EP „Ha" oder„The Pandys Are Coming" vom genialen „Revelations"-Abum aus dem gleichen Jahr stehen gleichberechtigt neben einem der Knaller vom noch aktuellen Album, „Asteroid", um wenigstens einige Songs herauszugreifen - auch wenn die anderen es eigentlich nicht verdient haben, nicht genannt zu werden. Lediglich zwei Jahre nach ihrem grandiosen letzten Album, welches wie ihr 1980er Debut-Longplayer schlicht und ergreifend gleichfalls nur den Bandnamen trägt, und als Vorgeschmack für das für das nächste Jahr angekündigte neue Werk, ist KILLING JOKE mit „XXV Gathering" ein weiteres musikalisches Highlight gelungen, welches sich kein Freund härterer Musik und erst recht kein Anhänger entgehen lassen sollte. Fans hat diese Band eh reichlich, wenn auch nicht in Massen wie so manche Pseudopunk-chartgruppe, dafür aber umso namhaftere, um mit Metallica, Marylin Manson, H.I.M. oder damals auch Nirvana, von denen der Schlagzeuger Dave Grohl auf dem 2003er Werk, vielleicht als kleine Entschuldigung für das unverblümte Abkupfern der Melodien von „Eighties" in deren Hit „Come As You Are", mitwirkte, nur einige zu nennen. Und wer noch nicht zu diesem Kreis gehört, sollte sich schleunigst mit dieser Band vertraut machen, um die schon im Dezember stattfindende Livetour durch Deutschland nicht zu verpassen - denn KILLING JOKE live zu erleben ist ein absolutes Muß, wie man hier bestens nachhören kann.

http://www.killingjoke.com/

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