MOTHER DESTRUCTION (SIX COMM)



Die Band fiel in letzter Zeit weniger durch Veröffentlichungen, sondern vielmehr durch die Reduzierung ihres Namens von SIX COMM / MOTHER DESTRUCTION zu MOTHER DESTRUCTION auf. Man könnte angesichts der hervorragenden letzten Veröffentlichungen auch der Meinung sein, daß sie sich auf ihren Lorbeeren ausruhen wollen, wäre da nicht die Tatsache, daß es an der verdienten Resonanz etwas gefehlt hat. Ihre Auftritte in Deutschland (1996) waren ein willkommener Anlaß, diese Formation näher zu beleuchten.

Ich habe mir über den Bandnamen Gedanken gemacht. Es fiel mir auf, daß die Bedeutung der "Mutter" kombiniert ist mit dem Gegenteil, "Zerstörung". Bezüglich der Bedeutung der Zerstörung ist mir der Song "Hella Roots" aufgefallen, indem Du von Hagalaz, der Rune der Zerstörung, singst. Hat das etwas mit der weiblichen Energie zu tun, von der Du in Interviews gesprochen hast? Warum hast Du diesen Namen gewählt?


AMODALI: Eigentlich haben Patrick und ich diesen zusammen gewählt. Patrick hatte die Idee, daß es ein guter Name sei, und für mich ist es kein negativer Name, kein negativ klingender Name. Für mich ist die Idee ein Überträger von magischen Gefühlen oder Energien, welche auf eine Art und Weise zerstörerisch sein können, aber nur weil Sachen zerstört werden, die nicht mehr notwendig sind. Wie der Versuch, Strukturen und alte Vorstellungen zum Einsturz zu bringen, oder, falls man direkt mit einer Person an einem magischen Ritual arbeitet, wäre es das Zerstören der Blockaden jeglicher persönlicher Probleme, die sie hat, das Durchbrechen mit einer ekstatischen Energie. Somit ist die Zerstörung durch die Mutter nicht wie eine patriarchalische Zerstörung, die nur Krieg und Töten bedeutet. Sie zerstört Dinge, um zu heilen, um Platz zu machen für etwas Positives.

Ist weibliche Energie positiv und männliche Energie nicht?

AMODALI: Nein, nein, keinesfalls! Aber ich denke, daß sowohl Frauen als auch Männer immer noch und auf sehr starke Weise durch das Christentum und andere Dinge in unserer Kultur konditioniert werden. Diese haben unser weibliches Geschlecht unterdrückt, deswegen haben Männer und Frauen gelitten. Männer sind dominant geworden, aber sie haben auch an Kraft verloren, weil sie nicht in Berührung mit dem Weiblichen kommen. Ich denke, daß noch viel an Heilung nötig ist und daß es Dinge gibt, über die wir, als Einzelne, noch einmal nachdenken müssen. Jede Person, unabhängig von ihrem Geschlecht, hat eine Kapazität von jeder Art von Energie.

Zerstören, um etwas zu erschaffen - ist das nicht die gleiche Idee wie beim Punk?

AMODALI: Ja, das kann sein. Aber ich denke, daß das, was wir tun, vielleicht auf eine Weise ein Fortschritt vom Punk ist, da Punk nur der erste Schritt war, im Sinne von "einfach alles zerstören" - gedankenlos. Es war reine Anarchie und Zerstörung - ich mochte es. Ich kam aus der Punkzeit, dies war die am meisten inspirierende musikalische Zeit für mich. Ich mußte an meine eigene musikalische Entwicklung denken - "was nun?". Man erfährt diese Zerstörung, aber dann muß man sich überlegen, welchen Weg man von da an gehen will, und wie man all diese Elemente wieder zusammenfügen wird, die zerbrochen wurden, wie zum Beispiel eine kreative Idee und Philosophie zu entwickeln. Dieses "wie werde ich mein Leben leben?" wurde in der Musik reflektiert. Auf die Weise ist es eine sehr kreative Zerstörung. Es ist etwas mit Gedanken und Philosophie dahinter. Es ist nicht die gleiche Art von blinder Anarchie, die auch nützlich sein kann. Ich denke, es war notwendig. Es war gut, daß Punk passierte.

Benutzt Du neben Gedanken und Philosophie auch Gefühle in dem Zerstörungsprozeß?

AMODALI: Ja, ich benutze alles, was in mir ist, in Bezug darauf, wie ich mein Leben leben will, wie auch auf die Energien, die ich erhalten will und in meiner Arbeit gebrauche, aber der zerstörerische Teil ist nur ein Aspekt davon. Er ist Teil eines Kreislaufs. Man zerstört, was nötig ist. Man vernichtet Vorurteile bei Menschen. Man vernichtet die Konditionierung, damit vielleicht Raum ist für etwas Positives, was an deren Stelle wachsen kann. Ich will also nicht nur zerstören. Ich will Raum gewinnen und dann eine Lösung zeigen. Etwas Positives zeigen, welches an die Stelle des Negativen, das vorher dort war, treten kann. Das ist für mich der wichtigste Teil an diesem Konzept, der ekstatische Teil, der freudige Teil. Ich versuche, Energien zu zeigen, die sehr schön und liebevoll sind, und die sexuelle Aspekte der Göttin der weiblichen Energie sind. Damit zeigt man, daß dies etwas ist, das anstelle von Hass, Vorurteilen und all diesen anderen Dingen treten kann, die der Menschheit, der Evolution der Menschheit, Probleme bereiten.

Magie scheint wichtig für Euch zu sein. Du hast einmal von Seidhr-Magie gesprochen, welche, soweit ich weiß, etwas mit Trancezuständen zu tun hat...

AMODALI: Ja.

Bei Trancezuständen muß ich an Eure Musik denken, denn wenn man ihr zuhört, gerät man in einen solchen. Ich jedenfalls.

AMODALI: Tust Du? Ausgezeichnet. Ich bin froh, dies zu hören, ja, wirklich. In jeder Musik, die wir machen, ob es nun Aufnahmen im Studio oder Live ist, versuche ich, ein Seidhr-Bewußtsein, ein "Seething"-Bewußtsein zu erwecken, was im wesentlichen bedeutet, sich selbst zu befreien in einem Trancezustand und dann in der Lage zu sein, die Energien, die man auf etwas richten will, zu fokussieren und zu leiten, daß sie durch dich kommen und sie mit anderen zu teilen, damit sie "Hella"-Energien sein können, welche zerstörerisch sein können, aber ultimativ positiv sind. Es können sehr warme, sexuelle Energien sein, was auch immer. Sie haben alle unterschiedliche Vibrationen. Du begibst Dich in eine Art Offenheit, damit diese Energien hindurch fließen können und Dein Körper dies auch reflektiert. Manchmal ist es bebend oder zitternd, manchmal sehr heftig, manchmal sehr weich und sexuell oder sinnlich. Es bedeutet, Deinen ganzen Körper in diese Erfahrung einzubringen, andere Dimensionen und andere Energien zu erfahren. Das ganze Wissen, das in früheren Zeiten bekannt war - niemand weiß genau, wie es gebraucht wurde oder was es war. Ich nutze meine eigene Erfahrung, meine eigenen Forschungen, was ich durch das Erwecken der Energien, der Göttinnen und Götter fand. Meine Musik ist einfach eine Reflektion meiner eigenen Erfahrung. Einiges davon mag ähnlich mit Sachen sein, von denen man in Büchern lesen kann, anderes nicht, aber ich denke, daß es einfach wichtig ist, etwas zu erschaffen. Es muß nicht authentisch sein, nicht etwas, was man in Büchern nachlesen kann, es muß einfach etwas Wahres sein, was von Herzen kommt.

Würdest Du jemand, der an Seidhr-Magie oder Runen interessiert ist, irgendwelche Bücher empfehlen?

AMODALI: Ja, auf jeden Fall. Es gibt einen exzellenten, wundervollen, magischen Schamanen, einen Deutschen, Jan Fries. Er hat ein Buch geschrieben - "Helrunar" (Anmerkung: erscheint voraussichtlich im Herbst 1996 bei Edition Ananael unter dem Titel "Helrunar - Ein Handbuch der Runenmagie" auf Deutsch) - in dem alle Arten von verschiedenen Übungen und Techniken beschrieben sind, mit denen man Runenmagie erschaffen kann. Er gibt eine Menge an Hintergrundinformationen über den nordeuropäischen Glauben, der nicht einfach ein nordischer Glaube ist. Die Welt hat die keltische Rasse und die nordische vermischt, all die verschiedenen Volksstämme in Nordeuropa. Es gibt nicht die eine reine Rasse oder Philosophie. Ich denke, daß so viele Leute nach einer ruhmreichen Vergangenheit oder nach einigen romantischen Vorstellungen von dem, was in vergangenen Zeiten passierte, suchen. Man kann dies heutzutage nicht wiedererschaffen, da wir unterschiedliche Menschen sind. Wir haben ein völlig anderes Bewußtsein, um in diesen Zeiten leben zu können. Andererseits ist es gut zu versuchen, Sachen aus der Vergangenheit, die verloren wurden, wieder zu finden und diese mit einem neuen Bewußtsein zu vermischen, welches uns helfen wird, mit diesen Zeiten fertig zu werden. (...)
Ja, aber was ich über Jan Friesī"Helrunar" sagen wollte, es ist das beste Buch, daß ich je über Runen gelesen habe. Er veröffentlicht demnächst ein Buch über Seidhr-Magie, "Seidways" (Mandrake Press), welches sich auf magische Praktiken konzentrieren wird.

Haben Dich Bücher beeinflußt? Oder ziehst Du das Erlernen durch Praktizieren vor?

AMODALI: Das Praktizieren, man muß es tun, unbedingt! Es ist der einzige Weg, das zu lernen, man muß es tun. Man muß erforschen, man muß seinen Körper wie auch sein Bewußtsein und seinen Verstand einbringen. Man muß seine Gefühle hineinlegen, man muß alles gebrauchen, um eine völlige Transformation zu unternehmen, und man muß vorbereitet sein, sich auf nichts verlassen zu können, ob es nun Bücher, Leute, magische Vorschriften, heidnische Gruppierungen oder irgendetwas anderes ist. Das Beste ist es, es auf seine eigene Weise herauszufinden. Falls man Leute treffen kann, mit denen man kommunizieren und arbeiten kann, dann ist das großartig, aber ich denke, daß es sehr wichtig ist, sich selbst in der ersten Zeit zu betrachten, wenn man hofft, ein wenig Wahrheit in was auch immer, auf welchen Weg auch immer zu finden. Zuerst muß man an sich arbeiten, sich selbst betrachten.

(...) Nochmal zur Rolle der Frau in der Gesellschaft. Du sagtest, es sei nötig für Frauen...

AMODALI: Wie ich zuvor schon sagte, sich der Energien und der Dinge, die wir verloren haben, bewußt zu werden. Daß sie in der Gesellschaft aktzeptiert und nicht nur anerkannt werden. (...) Ich denke, daß es keine Zukunftsperspektive ist, daß Frauen dominant werden und daß wir wieder eine matriarchalische Gesellschaft bekommen. Ebensowenig eine männlich dominierte Gesellschaft, wie wir sie jetzt haben. Um vorwärts zu gelangen, braucht es ein Verständnis zwischen dem Männlichen und dem Weiblichen über die Stärken und die Schwächen, die man in beiden Geschlechtern geerbt hat und wie man die gesamte, volle Kraft aus beiden herausholen kann. Es kann nicht mehr funktionieren, wenn man versucht, das eine stärker als das andere zu machen.

Wie weit entfernt sind Deiner Meinung nach die Geschlechter? Wenn man da an Lesben und Schwule denkt...

AMODALI: Nun, "Geschlecht" ist ein sehr weiter Begriff, ein nahezu abstraktes Konzept, wirklich, da wir alle beide Geschlechter in uns haben, in jeder Schattierung von männlich und weiblich. Die gesamte Menschheit hat verschiedene Grade und Schattierungen, sie ist ein Gemisch dieser Energien. Jeder Ausdruck ist wundervoll und schön. Die Leute sollten nach mehr Wegen trachten, dieses Vermischen und Vereinigen all der verschiedenen Facetten von Männlichkeit und Weiblichkeit auszudrücken. Was auch immer man für eine sexuelle Orientierung hat, es ist einfach eine faszinierende Sache, all die verschiedenen Dimensionen zu erforschen.

Wie Du von weiblichen Energien sprachst, hätte man denken können, daß Männer zu diesen keinen Zugang haben.

AMODALI: Oh nein, aber manchmal muß man offen reden, mit allem Nachdruck sprechen, denn die Dinge, die ich offenbaren will, sind nicht so bekannt. Ich kann diese Dinge in mir selber vorfinden und vielleicht finden andere Frauen es schwer, dieses Wissen zu finden. Darum muß ich für mich selber sprechen und ich muß für sie sprechen. Aber das heißt nicht, daß meiner Meinung nach Männer keine Magie haben oder nicht mit diesen Dingen experimentieren können, doch ich muß einiges klarstellen, ich muß mit Nachdruck darüber sprechen, für die Frauen. Aber ich bin keine Separatistin, wie die Frauen, die sagen: "Frauen haben alle Macht".

Kommen wir mal zu Eurer Musik, die jetzt viel kraftvoller īrüberkommt. Versuchtet Ihr damit so etwas wie Energie direkt zu übertragen?

AMODALI: Haben wir, das war die Idee. Heute (Anmerkung: Das Interview fand nach ihrem Auftritt als Opener bei einem großen Festival statt) hat das nicht so gut geklappt. Aber das ist nur ein Aspekt. Man muß sein ganzes physisches Wesen für eine magische Erfahrung in Anspruch nehmen, man kann nicht einfach dahin kommen. Ich denke, daß es vieles gibt, was die Leute davon abhält, mit magischen Sachen zu experimentieren. Es ist nicht schwer. Man muß lernen, mit seinem Körper zu atmen, was bei der Seidhr-Magie sehr relevant ist, da man seinen Körper sehr viel mehr in Anspruch nimmt, sei es nun sexuell, durch Tanz, auf körperlich sehr anstrengende Weise oder wie auch immer. Das können viele verschiedene Dinge sein. Patrick interessierte sich immer mehr für den Gebrauch von Schlaginstrumenten und das Experimentieren mit Rhythmen. Es war einfach eine perfekte Kombination mit meinen Ideen und den Energien, die ich zu zeigen versuche, zu arbeiten. Was dann passierte, war der Fortschritt., das, was man will, tanzbar hinzubekommen. Für mich ist es äußerst erfreulich und befriedigend, wenn die Leute anfangen zu tanzen. Mann kann die Wirkung auf die Menschen wirklich fühlen. Das ist fantastisch, viel besser als wenn sie einfach nur herumstehen.

Beim Beltane-Festival (Anmerkung: Bei diesem Festival waren MOTHER DESTRUCTION Headliner) konnte ich gar nicht mehr aufhören zu tanzen...

AMODALI: Das ist es! Auf der Bühne zu stehen und zu versuchen, diesen Energien zuzuhören, bedeutet einfach lebendig zu sein. Wenn ich an Liebe, Freude und Lebenskraft als etwas sexuelles denke, dann ist es etwas wundervolles, nicht einfach Sex zwischen Männern und Frauen, Frauen und Frauen, Männern und Männern oder welche Kombination auch immer... Auch mit dieser ganzen Existenz, mit der ganzen Welt zu interagieren ist ein sexueller, erotischer Weg, Dein Leben zu leben und Wissen zu erhalten. Auf die Bühne zu gehen und dafür offen zu sein ist für mich eine orgasmusartige, wunderbare Aktionsmöglichkeit. Und wenn man nur auch ein paar Leute sich vergnügen sehen kann, dann ist es genau das, was ich erreichen will. Es ist großartig!

Auf Eurem letzten Album, "Pagan Dance", habt Ihr alte Songs neu aufgenommen, im selben Stil der neuen Songs. Wollt Ihr die Energien dadurch verstärken, daß Ihr einem Album eine Richtung gebt? Habt Ihr durch die Verwendung eines Stils versucht, die Energien zu bündeln?

AMODALI: Definitiv. Wir haben auch einige neue Stücke auf dem Album verwendet, alles kam zusammen, um eine neue Energie zu erschaffen. Die Energie bei "Seething" war etwas besonderes an sich, da ich zu der Zeit schwanger war - diese Kinder sind einfach etwas sehr magisches. Ich habe versucht, sie auf meine Erfahrung mit Ritualen zu basieren, dies war intensiver, langsamer, mehr abstrakt. Bei "Pagan Dance" wollte ich diese Energien in Kommunikation mit Menschen bringen, sie öffnen und mit anderen teilen. Bei "Seething" ist es mehr so, daß man sie hören kann, während man zuhause sitzt, um dann vielleicht eine Verbindung damit herzustellen. Es ist ein anderer Weg, sie mit Schmerz, der überall um einen herum ist, zu verbinden.

Die Energie ist völlig...

AMODALI: ...offen! Jemand, der einfach zu einem Konzert kommt und vielleicht nichts von Runen, Seidhr-Magie oder der Seething-Idee weiß, könnte sofort diese pulsierende Energie empfangen, diese Musik, und sich vielleicht daran erfreuen. Man braucht dazu keine intellektuelle Verbindung mit den Leuten.

Wie wichtig sind Live - Konzerte für Dich?

AMODALI: Sehr! Ich lerne so viel dadurch, sie zu geben. Man lernt sehr viel über sich selbst, über seine Kommunikation im allgemeinen. Unser Label nennt sich "Kenaz", die Rune des Lichts, die für Kommunikation mit magischen Energien steht. Wir versuchen, das Licht zu teilen, um etwas zu erleuchten. Der erfreuliche und erfüllende Aspekt von Kenaz ist der direkte Kontakt mit Menschen. Auf die Weise kann ich sie während eines Auftritts dazu bringen, eine wirkliche Verbundenheit im Geiste zu fühlen. Das ist die unmittelbarste Magie, deren Ausübung ich mir denken kann, das Erschaffen eines Rituals mit Leuten an Ort und Stelle. Ohne nachzudenken, nicht intellektuell, Leute kommen zusammen und erschaffen etwas größeres als vorher da war. Für mich ist es das Magischste, was man tun kann.

Ihr habt beim Beltane-Festival Runen auf eine Hintergrundleinwand während Eures Auftrittes projiziert. Wollt Ihr Eure Zuhörer durch das Zeigen von Runen beeinflußen?

AMODALI: Ja! Sie gehören zur Musik und wir zeigen sie, weil ich glaube, daß es wichtig ist, Runen zu zeigen. Ich weiß genau, daß es lebensbestärkende Symbole sind. Zudem haben viele Leute Vorurteile gegen sie, somit ist es für mich sehr wichtig, insbesondere nach Deutschland zu kommen und Runen zu zeigen, die positiven Aspekte zu zeigen, die wirkliche, lebensbestärkende Magie aus denen die Runen gemacht sind. Für mich ist es wichtig, aber ich will damit nicht sagen: "Ihr müßt an die Runen glauben" und es den Leuten hineinzuwürgen. Ich mag es aufzutreten, dies ist ein wesentlicher Teil davon, weißt Du, der Gesang, der Tanz, der Sprechgesang, der Baß und die Energie... Falls Leute nicht verstehen, was wir damit meinen, und sich einfach vergnügen lassen, dann ist das für mich völlig okay.

Sind Deine Texte durchdacht und ausformuliert, also vor dem Singen niedergeschrieben?

AMODALI: Ja. Manche davon kamen sehr spontan. Viele der Texte von "Seething" kamen von Ritualen, die ich mit einem meiner Freunde gemacht habe. Wir hatten Energien kanalisiert, und so kamen Texte wie bei "Kenaz" durch uns während eine Trancezustandes. Die meisten Texte vom Album entstanden auf diese Weise. Ich versuche etwas zu machen, was mit etwas Reinem, Wirklichen, Lebendigen verbunden ist, wie etwas, das mit einer magischen Quelle in Kontakt steht. Das andere entstand während des Abmischens, als wir versuchten, interessanten Gesang und interessanten Sound zu machen. Aber das meiste entstand während eines Rituals.

Wird ein neues Album erscheinen?

AMODALI: Das ist eine wirklich gute Frage. Im Augenblick hängen wir sozusagen im Raum, wir haben Probleme, unser Label "Kenaz" zusammenzuhalten, weil uns nicht genügend Geld zur Verfügung steht, es selbst zu machen. Wir haben nicht das Geld, um richtig damit zu arbeiten. Wir wollen zwar eine neue Aufnahme machen, aber wir wissen nicht genau, wann dies passieren wird oder wie oder wer es tun wird. Das hängt wirklich von vielen Dingen ab, so daß ich nicht glaube, daß dieses Jahr etwas erscheinen wird. Wir werden für eine Weile keine Konzerte mehr in Deutschland geben. Wir werden den ganzen Sommer damit verbringen, uns über das Material Gedanken zu machen und Ideen zu sammeln. Wenn wir das Geld für ein Album zusammenkriegen, werden wir eins machen.

Ich hoffe, das wird geschehen.

AMODALI: Das tue ich auch. Ich freue mich wirklich darauf und auf ein Wiederkommen nach Deutschland mit einem neuen Set und neuen Bildern, darauf aufbauend, was wir bislang gemacht haben.

Ich werde da sein! Vielen Dank für das Interview.

Kontakt: Mother Dance, c/o Patty Hele, Jakob-Dietrich-Str.15, 55118 Mainz

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