PHILLIP BOA - Ästhetische Verweigerung medialer Anpassung



Rot ist die Devise – „Red„ der Titel des neuen Albums von PHILLIP BOA & THE VOODOOCLUB, jenem offenen Kollektiv von Liebhabern des ungeschliffenen Artpops, in welchem Provokation das künstlerische Programm zu sein scheint. Was sowohl auf das nunmehr elf Alben umfassende Gesamtwerk als auch auf den Neuling zutrifft, welches Ähnlichkeiten mit einer kraftstrotzenden Bestie hat, die den lethargischen Hitparadenpop in einem Anfall von kreativer Raserei in der Luft zerreißt. Nach den Durchhängern der letzten Jahre präsentiert sich mit „Red„ aus der Kantenschmiede BOA´s ein aggressives und angenehm an alte Alben erinnerndes, nichtsdestotrotz frisch klingendes Album, das wieder einmal die Neugier auf den mit einem wenig schmeichelhaften Spitznamen versehenen Künstler lenkt.

An einem heißen Sommertag im Juli, an dem weder Wolken noch Winde die Temperaturen auf ein erträgliches Maß drücken konnten, sprach ich für Euch mit dem Altmeister persönlich. Als ich den mit lieblos zusammengestellten Inventar bestückten Raum betrat, auf dessen Fenster die Sonne den ganzen Tag schon knallte, stellte ich als erstes fest, daß mein Gesprächspartner sich aufgrund der vielen auf Malta verbrachten Jahre um ein vielfaches besser mit dieser drückenden Hitze arrangieren konnte als ich. Während zu Beginn unseres geführten Interviews BOA noch ein wenig steif auf seinem – passenderweise roten – Sofa sitzt, entspannt er sich bereits nach kurzer Zeit und lässt sich bisweilen sogar derart fallen, dass er Teile des Gesprächs im Liegen führt.

Neugierig blättert er eine von mir mitgebrachte, ältere Ausgabe des GOTHIC Magazines durch und artikuliert sein Interesse an Berichten wie den über THE SISTERS OF MERCY mit kleinen Ausrufen. Überhaupt zeigt er sich sehr interessiert, was die Musik aus dem Underground betrifft. Für mich dann doch etwas überraschend outet BOA sich bei dieser Gelegenheit als ein Anhänger diverser Gothic Formationen aus den frühen Achtzigern, was vielleicht auch die Retroorientierung seiner neuen Platte erklären mag.


BOA: Retro hat bis jetzt nur einer gesagt. Hat sich bezogen auf „Sandy Lee„ und SUICIDE. War überhaupt nicht retro gemeint. Nur das ich gesagt habe, ich will meine alten Stärken zurück haben, das war das einzige, was retro ist. Klingt das wirklich retro? Wenn ich ein Lied wie „Eugene„ höre, das ist doch total verzerrt, so was hat man doch früher nicht gemacht.

Naja, grad „Eugene„ wirkt sehr an SEX PISTOLS orientiert.

BOA: Das stimmt.

Als ich dies das erste mal gehört habe, wollte ich fast schon mitsingen: „no future...„

BOA: Ja richtig. Das war ein extrem wichtiger Song für meine Kindheit, meine frühe Jugend. „God save the queen„. Das war vielleicht meine erste Single, die ich mir gekauft habe. Die habe ich immer noch. Vinyl 7„ – ist bestimmt DM 100.- wert. Trotzdem war´s halt ein Song und es war keine Absicht. Diese gewisse Wut, „Anarchy in the UK„, da passt es einfach. Dieses SEX PISTOLS Zitat war erst unbewusst, irgendwann war es mir bewusst, weil es die Leute gesagt haben. Das drückt dann halt auch einfach die Wut aus, die Wut gegen Vereinheitlichung, die Wut gegen das beschissene Radioformat, gegen diese Lethargie der Menschen, die Vereinheitlichung des Menschen hier, auch speziell in Deutschland. Der Tod des Individuums.

Fühlst Du Dich, frei nach der Textzeile Deiner aktuellen Single „Eugene„, heimatlos im modernen Leben?

BOA: Ich kritisier eigentlich halb ironisch das moderne Leben, ja. Ist ein bisschen komplexer als man denkt, der Text. Im Prinzip kritisier ich, was ich da eben gesagt habe. Das der Mensch sich sofort mit allen zufrieden gibt, alles schluckt, egal, wie weit das Individuum immer mehr getötet wird jeder akzeptiert das einfach. So ist das Leben. Jeder flötet, geht durch die Straßen, die Leute sind zu lethargisch, dekadent, völlig unpolitisch... „Speed„ ist auch so ein Lied. Der Alltag passiert, die 24 Stunden vergehen und kein Mensch merkt das einfach, dass die 24 Stunden rum sind.

Bei „Speed„ war auch noch eine Geschichte, die von einer Frau vorgelesen wurde...

BOA: ...ja, Sybille Berg, eine Schriftstellerin, die in der Schweiz lebt. Ich finde, eine sehr böse, zynische Schriftstellerin, die aber sehr gut schreibt. Sie hat in diesen 90 Sekunden den Alltag aufgezählt, der ganz schnell vorbei geht. Jeder hetzt und steht eigentlich nur noch neben sich. Die Gesellschaft wird immer amerikanischer. Die Leute werden immer devoter gegenüber dem Staat. Das mein ich gar nicht so politisch, mir fehlt die Poesie, die Liebe. Das man erkennt, was das Leben eigentlich ist. Das sind viele metaphysische Gedanken, die ich halt in den Songs versuche auszudrücken. Jeder Song hat ein anderes Thema.

Du äußerst da Gedanken, die auch schon im Punk angedacht oder losgetreten wurden... Das völlig neue Umdenken, das Leben in Frage stellen. An Punk erinnern auch die kreischenden Gitarren, die Du wieder in Deine Musik eingebaut hast...

BOA: ...kreischende, laute, eigentlich störende Gitarren, natürlich. Wie früher, wenig radiokompatibler Sound.

Findest Du? Find ich eigentlich nicht. Die Songs sind sehr smashig, ziemlich gut zu tanzen.

BOA: Das kann sein, aber im Radio wird das heutzutage nicht gespielt.

Ich muß gestehen, dass ich schon seit so vielen Jahren kein Radio mehr gehört habe.

BOA: Das ist ja genau der Punkt, insofern will ich ja auf so was hin in meiner Überlegung. Aber mit denen ist das halt ausgeschlossen. Genau so sind auch die Kommentare, die ich bekommen habe – vom Vertrieb, von den Medien. Es ist denen viel zu schräg. Aber wenn das trotzdem irgendwo tanzbar ist, umso besser.

Erinnerst Du Dich an Deinen Ausspruch bei - ich glaube - "Formel 1" vor Ur-Zeiten, als Du lauthals verkündet hast, dass Du mit jeder neuen Platte doppelt so viele verkaufst, wie der davor und wenn Du so weitermachen würdest Du bald MICHAEL JACKSON eingeholt haben würdest? Was wurde daraus?

BOA: Das war absolute Verarsche. Das stimmt auch, bis etwa 1990, dann ging es etwas zurück. Der Höhepunkt war 1993, da war ich immer noch Galaxien von MICHAEL JACKSON entfernt. Das war halt typische Selbstironie.

Du hast mal den VOODOOCULT gemacht und eingestellt. Vermisst Du die Härte vom VOODOOCULT, bist Du deswegen wieder härter geworden?

BOA: Das hat damit nichts zu tun. Ich weiß nicht, warum ich VOODOOCULT gemacht hab. Wahrscheinlich um irgendwas zu tun, was die Leute wollen oder nicht erwarten. Ich steh auch dazu, was ich damals gemacht habe. Es war eine schöne Zeit. Ich hab nur den Fehler gemacht, es auch live zu versuchen als Sänger vom VOODOOCULT. Das war ein großer Fehler, aber auch Fehler muß man machen.

Wieso war es ein Fehler?

BOA: Weil es einfach nicht meine Welt war, live den Sänger von VOODOOCULT zu machen. Im Studio geht das ja irgendwie noch, aber live war das zu unnatürlich, zu wenig ich. Aber zu den Platten steh ich. Die Leute waren auch alle nett. Das Kapitel ist beendet. Nun ist es ein wenig härter, provokativer, weil ich das einfach so wollte. Die letzten Alben fand ich auch schön, aber jetzt gibt es eine neue Phase. Ich muß mich selbst immer erfinden, um weiter machen zu können, eine Berechtigung zu haben.

Die Veränderung... Wo liegt den der Reiz für Dich im Vergleich zu den „guten alten Zeiten„ und den ewig neuen Herausforderungen, wieder was neues zu entdecken? Der Reiz weiterzumachen...

BOA: ...reduziert sich auf ein Wort: Spaß. Weil es einfach extrem viel Spaß macht. Mir hat es immer Spaß gemacht, Songs zu schreiben, ins Studio zu gehen und die dann zu veröffentlichen. Das ist für mich einfach das Größte. Manche sagen, ich würde zuviel veröffentlichen, dazu kann ich einfach nichts sagen.

Naja, da spielt Geld sicherlich auch noch eine Rolle...

BOA: Ne, geldtechnisch ist das gar nicht clever. Es ist viel besser alle 3 Jahre was herauszubringen, da verkauft Du einfach viel mehr. Der Punkt ist Spaß, es ist mein Lebensziel. Deswegen kann ich auch einfach kein Ende finden. Ich hoffe, ich kann es irgendwann einmal rechtzeitig finden.

Die Kanten und Ecken, die früher enthalten waren, sind, wie ich finde, im neuen Album ziemlich glatt produziert worden. Sind sie durch die Produktion verschwunden? Es wirkt viel mehr aus einem Guß als die vielen breaks, die früher enthalten waren.

BOA: Früher haben sich die Leute immer über die breaks beschwert.

Die fand ich immer so interessant.

BOA: Ich auch, klar. Aber ich finde, die breaks sind noch da. Nimm mal ein Lied wie „To The Saints„.

Da sind breaks drin – aber die hab ich zuerst gar nicht gehört. Zuerst dachte ich, es wären im ganzen Album gar keine enthalten, beim nochmaligen Hören stellte ich fest, dass sie überproduziert wurden, dass sie in der Produktion untergehen.

BOA: Wenn Du das sagst, ist das natürlich scheiße. Eine Enttäuschung, da ich denke, dass ich radikaler klinge als in den letzten Jahren. Durch breaks oder durch Klang. Wenn ich Kommentare von Journalisten bekomme, dass sie das Album schrecklich finden und gar nichts darüber schreiben können, dann ist das genau, was ich wollte. Wenn Du das jetzt sagst...

Vielleicht bin ich einfach schrägere Sachen gewohnt...

BOA: Ja, was hörst Du den? Nimm mal eine Band wie WOLFSHEIM. Nichts gegen die, aber dagegen ist das doch... Da muß ich wohl noch radikaler werden. Aber das Problem ist, ich verkauf dann irgendwann keine Platte mehr.

Sind die Kritiken so wichtig für Dich?

BOA: Ja, eigentlich sollte ich da drüber stehen, ich weiß. Aber das ist auch eine Coolness, die nicht gut ist. Wenn man nur in einem Elfenbeinturm sitzt und sagt, mir sind alle Kritiken egal. Erstmal sind mir die Kritiken der Fans total wichtig, das feedback. Zum zweiten denke ich, ich bin radikal, aber ich will ja nicht total radikal sein. So halbwegs radikal, dass es individuell klingt. Ich möchte gern etwas umstritten sein und nicht so etabliert. Ich dachte jetzt, den Schritt hätte ich mit den Album jetzt erreicht, deswegen enttäuscht mich das ein bisschen, wenn Du das sagst. „Where The Raingods Meet„ kennst Du jetzt nicht, das ist total clever produziert. Ich mach mir schon Gedanken, wie ich meine Musik in dieses Jahrtausend tragen kann. Du möchtest das also noch verquerer und schräger haben?

Ich möchte ja nicht, dass die Leute das machen, was ich hören möchte, dann wird´s ja langweilig.

BOA: Daß Du sagst, dass Du die break gar nicht bemerkt hast, ist für mich ein Schock. Es waren weniger die breaks, die mich interessiert haben, ich wollte insgesamt einen wesentlich radikaleren Sound machen als die letzten Platten. Ich kann nicht „Philister„ von 1985, wie ich finde meine beste, dilettantischste und aber auch meine beste Platte, zurückholen, das geht nicht. Wenn ich das versuche, wär ich ein Idiot. Ins Jahr 2001 oder 2005 retten vielleicht. Ich glaube nicht, dass ich still stehe oder mich wiederhole.

Hat ja auch einige Veränderung gegeben mit der Sängerin.

BOA: Julia ist erst seit ein paar Festivals dabei.

Ersatz für Pia? Inwieweit hat sich das Weggehen von Pia bemerkbar gemacht? Oder ist das ein abgeschlossenes Thema?

BOA: Ne, ich find Pia eigentlich noch gut. Wir arbeiten nicht mehr zusammen. Es gibt gute und schlechte retro – und das wär schlechte retro.

Hmm, kommen wir mal zum Albumtitel. RED – ROT – lässt sich ja vieles assoziieren, Aggressivität, Politik,... Warum hast Du diese als Albumtitel gewählt?

BOA: Ich liebe die Farbe Rot. Wie Du schon sagst hat die Farbe Rot etwas, was zum Beispiel den Stier wütend macht. Es ist eine sehr wunderschöne Farbe. Aber das bezieht sich vor allem auf das Cover. Es stammt von einem englischen, abstrakten Maler, einem sehr wichtigen Maler, der vor ein paar Jahren gestorben ist, heißt Victor Pasmore und sein Sohn hat uns erlaubt, das Cover abzubilden. Das ist ein wunderschönes Rot, ein sehr abstraktes Gemälde und darauf bezieht sich das auch. Das ist schon ein Symbol, es ist ein bisschen politisch gemeint, das was ich am Anfang angesprochen hatte. Es ist in erster Linie ein Symbol für Wut aber auch für Schönheit oder Ästhetik. Und das soll genau auch diese Platte sein, eine BOA-Platte muß immer irgendwo eine Ästhetik haben oder eine Schönheit. Egal, ob sie ein bisschen laidback ist wie die letzten Platten oder ein bisschen, wie Du sagst, aggressiver oder so. Es ist ein schönes Symbol, das Rot.

Wie wichtig ist die Kunst in Deinem Leben?

BOA: Nicht so wichtig.

Du hast also keine Bilder zuhause hängen?

BOA: Doch, von ihm.

Kennst Du ihn persönlich?

BOA: Das sind Drucke. Seine Originale hängen in der Tate Gallery etc. Kennt man in Deutschland nicht, aber da ist er sehr bekannt. Ein sehr sehr radikaler, abstrakter Maler. Seine Sachen sind sehr sehr abstrahiert und gefallen mir extrem gut. Ich hab dadurch eine Beziehung dazu bekommen, weil er auf Malta lebte und dort gestorben ist.

Hast Du immer noch Dein Haus in Malta? Das Album wurde ja nicht dort aufgenommen.

BOA: Das meiste in Düsseldorf. Ich bin nicht mehr so oft in Malta.

Warum, Zeit für Veränderungen?

BOA (lacht): Ich hoffe immer.

Ist Deutschland jetzt so viel interessanter als in den letzten Jahren?

BOA: Ich war ja immer auch in Deutschland. „Ich wandere aus oder gehe ins Exil„ war ja nur Journalistenverarsche.

Das ist ja auch immer ein gefundenes Fressen.

BOA (lachend): Das weiß man ja vorher. Es ist einfach besser, bevor Medien mich benutzen, benutze ich sie lieber. Das war meine Haltung bis vor wenigen Jahren.

Haben Dich die Medien so in Ruhe gelassen in den letzten Jahren?

BOA: Ja. Das ist eine gewisse Etabliertheit meiner Person. Die Musik hat ja auch eine Wandlung zum Expressiven erfahren.

Also nicht nur das Abziehbild sein, das Journalisten aus Dir gemacht haben.

BOA: Davor hab ich sowieso Angst, so ein Abziehbild zu werden. Muß aber nicht so sein. Dieser Maler zum Beispiel ist mit 85 gestorben und der war immer noch genauso genial in seiner Einstellung und seiner Kunst wie er mit 20 war.

Du hast auf der Single ein LEONARD COHEN Cover, auch eines von DEPECHE MODE.

BOA: Ja, das waren beides vollkommen irrationale Ausgeburten von Musikern, die bei den Proben etwas völlig anderes spielen wollten. Ein Bassist, Mike ist totaler DM-Fan. Ich find DM auch ganz gut, nicht so gut wie er, aber gut. Dann haben wir uns geeinigt und aus Spaß „Enjoy The Silence„ gespielt. Auch mal aus Spaß live, die Leute fanden es nicht so schlecht. Dieselbe Story bei LEONARD COHEN. Den find ich auch gut und da bin ich auch überzeugt, dass wir es gut gemacht haben. Das Original von „First we take Manhattan„ ist ziemlich 80er-Jahre scheußlich und da ist unsere Version eigentlich ganz gut. DEPECHE MODE sollte man nicht covern. Aber wir haben es halt trotzdem gemacht. Wir hatten unendlich viel Material, also haben wir zwei Singles veröffentlicht, da können die Leute sich was aussuchen. Die meisten Fans mochten LEONARD COHEN lieber als DM.

Kennen wohl auch weniger das Original. LEONARD COHEN ist ja nicht mehr so bekannt.

BOA: Leider nicht. Aber ist trotzdem okay. „Enjoy The Silence„ fand ich schon immer gut. Es ist viel schneller als das Original, sehr gitarrenlastig und lange nicht so gut wie das Original. Auf das Album hätte es nicht so gepasst.

Auf der Single sind ganz viele Remixe drauf. Coversongs, Remixe von anderen Leuten - ist es der Einfluß Anderer, was Dich daran interessiert?

BOA: Ja klar. Das waren Leute, die ich gut finde. Ich bin großer Fan von NOTWIST, eine der besten deutschen Bands. Ich bin ja ein bisschen in beiden Szenen, hab ja auch Fans bei den Gothics. NOTWIST scheinbar überhaupt nicht, die haben nur Fans bei den Indies. Alternative ist das auch nicht, ich versteh das gar nicht, das letzte und das nächste Album ist dafür eigentlich prädestiniert, sehr traurig. Console, der bei uns mitgespielt hat, ist ein Mitglied von NOTWIST. Es ist eine Indiekultband.

Was sind denn Deine größten Helden?

BOA: Die ganzen, die vor mir Musik gemacht haben, mit denen ich aufgewachsen bin. JOY DIVISION, CLASH, dieses erste Album der SEX PISTOLS, BAUHAUS, FEHLFARBEN, DAF... Alles, was man damals gehört hat, sogar diese alten SISTERS OF MERCY Songs... Jetzt könnte ich wahrscheinlich hunderte aufzählen, die ich gut finde. Auch im Laufe der Jahre... MARC ALMOND hat ja jetzt eine Reunion. Den fand ich auch immer großartig. Das waren so die Helden, das sind meine Kindheits- und Jugendhelden. Die waren auch als Künstler für mich prägend.

Aber Du hörst nach wie vor andere Musik?

BOA: Ja, klar!

Es gibt ja viele Gruppen, die sagen, wir hören keine andere Musik mehr, wir machen nur noch unser eigenes Ding.

BOA: Die Phase hatte ich auch.

Und von wann bis wann ging die?

BOA: Schätzungsweise bis vor zwei Jahren.

Viel nachzuholen...

BOA: Da habe ich nur Elekronik gehört, nur. Nur so APHEXTWIN. Ich hatte eine Housemusikphase, ein bisschen was davon kann man auf dieser „She„ Platte hören. Das war so eine Phase, da hatte mich Rockmusik total angeekelt und ich fand nur House und Dance gut, da war ich dann auf der Mayday und so. Total merkwürdig, aber man muß diese Phasen durchleben, auch wenn sie vielleicht scheiße sind...

Im Nachhinein betrachtet...

BOA: Ich bereue es nicht. Es gibt eine Menge gute Housemusik, man täuscht sich da, ich habe nicht die doofe Housemusik gehört sondern die coole.

Gitarren stehen jetzt jedenfalls wieder bei Dir im Schrank.

BOA: Ja klar, die standen immer noch.

Wie stehst Du eigentlich zu Deinen älteren Songs, gerade wenn Du sie auch live immer noch spielen mußt?

BOA: Ja, es gibt Songs, die spiel ich nicht mehr gerne. Dazu gehört in erster Linie CONTAINER LOVE, das hab ich so oft gespielt und das nervt nur noch. Aber andere Songs spielen wir eigentlich immer noch ganz gern, weil wir wissen, dass das die Leute hören wollen, die freuen sich. Wenn die Leute sich freuen auf Konzerten und sich dazu bewegen und schöne, traurige oder auch andere Erinnerungen haben, dann finde ich, dass das was schönes, gutes ist...

Weit über der Zeit enden wir hier und zollen der Hitze Tribut. Hungrig nach Wandel und neuen Impulsen ist PHILLIP BOA also auch nach elf Alben – und sein Bedürfnis nach massenuntauglichen Songs macht seine musikalische Existenz nach wie vor wichtig. Wie unterhaltsam diese zudem sein kann, davon wird man sich neben dem neuen Album auch noch im Oktober live überzeugen können.

www.phillipboa.de

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