Robert Asprin (1946-2008)



Bei humorvoller Fantasy denken viele zuerst an Terry Pratchett, doch bereits fünf Jahre vor dem Erscheinen des ersten Scheibenweltromanes veröffentlichte ROBERT ASPRIN im Jahr 1978 "Another fine Myth" (dt. "Ein Dämon zuviel"), der das Fantasy-Genre auf damals sehr ungewohnte Weise augenzwinkernd erweiterte. Während Pratchett eher von der tiefsinnigen Seite aus schreibt, ging Asprin das Thema von der Slapstik-Richtung her an. Seine Figuren stolpern geradezu durch verrückte Situationen, nur um bei der häufig aberwitzigen Lösung sogleich das nächste und zumeist viel gewaltigere Problem zu eröffnen. Mit einem wunderbaren Gespür für ein gutes timing und einem herrlichen Wortwitz baute ROBERT ASPRIN die MYTH-Reihe (hierzulande unter "Dämonen-Reihe" bekannt) aus, das zwanzigste Buch dieser Serie wird Anfang 2009 und damit posthum herausgebracht werden. Die Qualität der Dämonenreihe litt Anfang der 90er (etwa mit dem 9. bis 10. Band) unter einem Haufen persönlicher Probleme des Autors, eine mehrjährige Schreibblockade folgte und die anschließenden Bücher erreichten erst zum Ende hin wieder annähernd die Qualität der ersten Bände. 1979 schuf ROBERT ASPRIN zudem mit der "Diebeswelt" eine für andere Autoren offene Fantasywelt und gab als Herausgeber erst allein und etwa ab Mitte der 80er bis zur Scheidung Anfang der 90er zusammen mit seiner Ex-Frau Lyn Abbey die "Thieves World Anthologies" heraus, wo beispielsweise auch Marion Zimmer Bradley mitschrieb. Mit der "Phule's Company" (dt. Chaos Kompanie) Kurzreihe schrieb er auch im Science-Fiction-Metier einige amüsante Bücher, die jedoch nicht zu seinen Besten zu zählen sind. In Erinnerung haben sich eindeutig seine ausgezeichneten Dämonen-Bücher eingebrannt, die vollgepackt mit Wortwitzen und Anspielungen für Fantasy-Leser einfach unvergessen bleiben.

Ruhe in Frieden, Robert Asprin.

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