Ausgeglichen – #fcsp in Frankfurt beim FSV und daheim beim #Schanzenfest

Direkt nach dem Abpfiff fühlte es sich irgendwie seltsam an, dieses 3-3 beim FSV Frankfurt. Wie aus dem Nichts führten wir mit zwei Toren und lagen dann ebenso unverhofft mit einem Treffer hinten, bis dann nach einem letzten Ansturm doch noch das erlösende Ausgleichstor fiel. Dominiert hat keine der beiden Mannschaften das insgesamt ausgeglichene Spiel – es gab zwar unterschiedliche Druckphasen, doch das glich sich letzten Endes aus. Und so ausgeglichen, wie das Spiel ausging, fühlten wir uns zuvor beim Besuch des diesjährigen Schanzenfestes – doch dies war in jeder Hinsicht positiv. Und gleich zu Anfang will ich auch etwas über das Schanzenfest schreiben. Denn dort waren wir dieses mal ja, davon kann ich Bilder bringen – und zum Ende hin gibt es dann auch noch ein paar Anmerkungen zum Auswärtsspiel. Aber eigentlich gehört alles auch zusammen.

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Das Schanzenfest 2014 war toll. Eine angenehme Atmosphäre, gute Gespräche, politisch wichtige Themen, veganes Essen und leckere Getränke – daß es dann später auch noch friedlich blieb, soll auch noch gleich zu Anfang erwähnt werden.

Besonders friedlich ist unsere Welt momentan ja leider wahrlich nicht – und auch wenn von Deutschem Boden aus gerade kein Krieg geführt wird, so sind es doch nur zu oft Waffen aus Deutschland, die in den Konflikten überall eingesetzt werden und zu Leid und Tod führen. Aber auch in unserer Gesellschaft selbst gibt es Mechanismen, die zu erheblichen Beeinträchtigungen anderer Menschen führen können. Dies bereits nur zu benennen ist schon ein erster Schritt – und darum auch das erste Bild an diesem Tag vom Schanzenfest.

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Da das Auswärtsspiel schon um 13 Uhr 30 anfangen sollte, wählten wir für unseren Besuch in der Schanze die frühen Morgenstunden. Dementsprechend suchten wir auch nach einem guten Frühstück. Was guten Kaffe anbelangte, fanden wir wie erhofft den hochgeschätzten Roar Espresso – sehr zum empfehlen, nicht nur vom Geschmack her: http://www.cafe-libertad.de/shop/kaffee/espresso/stpauli-roar-bohne.html.

Und bei all den bekannten Gesichtern auch nicht der einzige Verweis darauf, daß dieses Fest auch etwas mit der Fanszene des FCSP zu tun hat.

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Thema des diesjährigen Schanzenfestes war ja „Refugees welcome“, wobei ich auf den Aufruf verweisen möchte: http://rwsf.blogsport.de/2014/08/26/aufruf/.

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Auch die Gruppe „Lampedusa in Hamburg“ war vertreten und machte neben folgender Ankündigung – http://lampedusa-hamburg.info/de/lampedusa-in-hamburg-emancipation-days/ auch mit der Vorstellung des Fußballteams FC Lampedusa Hamburg https://de-de.facebook.com/FCLampedusa auf sich aufmerksam. “We are here to play – We are here to stay.”

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Während von offizieller Seite ein Bild über die Medien entworfen wird, welches gefährlich an das verhängnisvolle „das Boot ist voll“-Devise aus den 90ern (http://www.proasyl.de/de/news/detail/news/20_jahre_asylkompromiss_sieg_der_strasse_und_eine_niederlage_des_rechtsstaates/) erinnert, wobei die fehlenden Unterkunftsplätze angesichts der Absehbarkeit vieler Krisen auf der Welt schlicht und ergreifend von eben dieser offiziellen Seite aus verschlafen wurde, gibt es eben auch andere Möglichkeiten, sich für die Geflüchteten einzusetzen – wie beim „Refuggee Welcome Center“ http://refugee-welcome-center-hh.info/. So wichtig diese ersten Schritte auch sind, so müssen wir auch endlich auch wegkommen vom allgemein verbreiteten Bild der Geflüchteten als hilflose Wesen, denn ein großer Teil der Hilflosigkeit wird erst durch den Umgang in der EU mit ihnen geschaffen.

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Dieses Plakat, was irgendwo beim Schanzenfest hing, wollte ich hier auch nicht unterschlagen…

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Einer der guten Argumente, das Schanzenfest aufzusuchen, sind auch die vielfältigen Angebote in Sachen veganer Ernährung. Doch es gab nicht einfach nur Essen in dieser Richtung, sondern auch an einem der vielen Informationsständen auch dazu ergiebiges Material. Auch Ernährung ist schließlich etwas politisches, siehe dazu nur https://vegane-bewegung.de/warum-vegan/warum-fleischkonsum-den-welthunger-foerdert.html. Und der Umgang mit Tieren geht über die Ernährung hinaus.

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Ein Aufruf zur Demo am 11.10. gegen Tierversuche – nähere Infos http://www.lpt-schliessen.org/2014/08/aufruf-oktober/.

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Fazit vom Schanzenfest 2014: wunderbares Wetter und einfach nur gelungen. Hier noch ein schöner Artikel dazu: http://st.pauli-news.de/die-schanze-feiert-mit-den-fluechtlingen/.

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Besonders amüsant fand ich diesen Stand zum Mitmachen. Das war es dann aber auch an Aggressionen, die man mit dem Schanzenfest 2014 verbinden konnte. Die Polizei soll sich ja dieses Jahr endlich auch wieder zurückgehalten haben. Daß das Fest am Sonntag stattfand und an etwas versetzter Stelle hat sicherlich auch positiv am friedlichen Verlauf mitgewirkt.

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Tagesaktuell waren auch die passenden Informationen rund um Kojava und Kobanê – ich verlinke einfach nur mal dazu dies hier: http://kommunisten.de/index.php?option=com_content&view=article&id=5197:mako-qocgiri-rojava-den-sozialismus-des-21-jahrhunderts-verteidigen&catid=45:interviews&Itemid=95. Von den politischen Strukturen dort hatte ich bis dato auch noch nichts mitbekommen. Mea culpa. Aber es klingt spannend.

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Spannend war neben diesen schönen Spruch, den wir beim Fortgehen entdeckten, eben auch das nachfolgende Spiel der BoysInBrown in Frankfurt. Wie zu erwarten war angesichts all der Verletzten aber auch des grandiosen Auftritts beim letzten Heimspiel durften Kurt und Startsev wieder von Anfang an mitwirken. Das brachte zwar nicht den gleichen Erfolg, aber die beiden werden ihren Weg schon noch bei uns gehen, da brauchen wir Geduld. Was aber auch für die ganze Mannschaft gilt. Nach der langen Zeit der Verunsicherung unter Vrabec wäre es unfair und vermessen, jetzt von einem sofortigen Umschwung auszugehen. Wir sind halt kein sicherer Aufstiegskandidat, jegliche Sicherheit müssen wir uns erst wieder hart erarbeiten. Und darüber dann auch wieder erst zum Spiel finden, was wir ja die letzte Zeit auch schon erleben durften, in Ansätzen zumindest.

Auch wenn wir beim Tabellenletzten (wieder einmal) spielten, so versuchte Meggle das Spiel vor allem über die Sicherheit hinten aufzuziehen – was angesichts dreier eher zufälliger Gegentore nicht wirklich aufging, trotzdem aber nach der richtigen Einstellung in dieser Phase des Sich-Fangens ausschaute. Herausgespielt waren eigentlich nur zwei Chancen an diesem Tag, die zu Toren führten, beide waren für uns und an beiden war Daube beteiligt, der an diesem Tag die Auszeichnung des Spielers des Tages verdiente. Hervorheben möchte ich aber auch Ratzkowski, der mit seinem Abschluß nach dem genialen Daube-Pass die ihm so oft abgesprochene Torgefährlichkeit doch mal unter Beweis stellen konnte. Gerne mehr davon!

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Vier Punkte aus drei Spielen klingt jetzt auch schon viel besser, als nach dem ersten Spiel zumeist geunkt wurde. So ganz ist der Glaube bei den Braun-Weißen-Fans noch nicht wiedergekehrt. Aber Meggle sitzt wieder auf der Bank. Und auf dem Rasen und in der Kurve beim Gesang zeigt sich, daß das Weitermachen bis zum Ende sich auszahlen kann. Jetzt können wir schon etwas entspannter die Situation analysieren und von hier aus in die Zukunft schauen.

Da sieht es in der Vorstadt ja ganz anders aus, wie beim Blick nach nebenan auch noch mitgenommen werden konnte. Ein schöner Ausklang dieses gelungenen Tages, der innere Ausgleich war geschafft!

Mehr zum Spiel:
http://metalust.wordpress.com/2014/09/28/wie-eine-neue-sprache-lernen-fsv-frankfurt-fc-st-pauli-33/
http://grenzenlossp.wordpress.com/2014/09/28/tja-pustekuchen/
http://hamburg-ist-braun-weiss.info/lass-du-ihn-durch-ich-hab-ihn-nicht/
http://fcspsouthendscum.wordpress.com/2014/09/29/matchday-08-fsv-frankfurt-fc-sankt-pauli-3-3/
http://usp.stpaulifans.de/copper/thumbnails.php?album=298