Der #FCSP daheim mit dem Punktgewinn gegen die SGE – und der Auswärtsniederlage in Gladbach

Ein nicht eingeplanter Punkt am Sonntag gegen die Eintracht aus Frankfurt, welcher sich sowohl wie zwei verlorene Punkte als auch wie ein gewonnener Punkt anfühlt. Wobei es eine hochverdiente Punkteteilung war. welche uns aufgrund der anderen Ergebnisse aber zugleich wieder in den unangenehmen Bereich der Tabelle nach unten rutschen ließ. Ein Wechselbad der Gefühle, aber unter dem Strich überwiegt die Freude über den starken Auftritt, der am Ende auch eine gewisse Belohnung erhalten hatte. Am Freitag ging es dann nach Mönchengladbach, die ohne eine Englische Woche verkürzte Zeit zur Erholung hat angesichts der Verletzungen von Saliakas und Sands aber keine Rolle gespielt, beide mußten ersetzt werden. Bei Sands ist es gar das Saisonaus, ihm alles Gute – er wird wohl kein Spiel mehr in Braun-Weiß absolvieren können – aber von der Seite weiter mitfiebern wie wir alle! Nur leider sollte es in Gladbach nicht erfolgreich sein.

Da das Heimspiel gegen die SGE auf den Internationalen Frauentag fiel, wurde im Anschluß an eine queerfeministische Demo am Millerntor das politische Augenmerk auf das immer wichtiger werdende Themenfeld gelegt – was schon vor dem Spiel vor den Fanräumen sichtbar wurde. Wichtig ist der Kampf gegen das Patriachat, von dem nicht nur die als Frauen wahrgenommenen Menschen betroffen sind – FLINTA* eben. Vielfältige Kämpfe, ein solidarischer Kampftag.

Zu kämpfen hat auch unser Clubheim, ein ganz anderer Kampf, aber eine Überleitung und gleichzeitig eine Würdigung der Arbeit des Clubheimkollektivs, welche hinter diesem aktuell steht. So kurz vor dem St. Patrick’s Day eine so gute Irish Folk Punk Band, nämlich The Mahones zu bekommen, ist schon eine besondere Erwähnung wert. Und daß die Band sich so darauf freut auch. Hin da ist die Empfehlung, ob das Clubheim nun bis zum nächsten Tag offen hat oder nicht…

Großartig war die Choreo beim Heimspiel am Sonntag. Davon einmal abgesehen, wie wichtig solch ein statement gerade heutzutage ist, die ganze Arbeit die so viele für und an diesem Tag investiert haben, verdient einfach die absolute Hochachtung!

Arbeit wurde auch auf dem Platz gezeigt – und wie. Mit einer unfaßbar starken Leistung haben wir als einer der möglichen Abstiegskandidaten einer der Topkandidaten für das Internationale Spiel in der nächsten Saison derart im Griff gehabt, daß gar ein Heimsieg im Bereich des Möglichen war. Eigentlich wären die drei Punkte sogar verdient gewesen, die klareren Torchancen hatten wir, zweimal ging es an den Pfosten, aber leider davon ins Toraus.

Beide Chancen für uns waren in unserer stärkeren ersten Halbzeit, die zweite war ein echter Kampf – was vor allem daran lag, daß wir dreimal wechseln mußten, obwohl wir es eigentlich nicht wollten und so keine echten frischen Kräfte ins Spiel bringen konnten. Das ganze war daher bis zur letzten Sekunde von uns ein Kraftakt, vor allem aber ein herausragender und gekonnter Abwehrkampf. Die stärkeren Gäste in dieser Hälfte hatten eigentlich dennoch keine richtige Chance, so daß es zu Null ausging.

Das Feuerwerk, welches wir gerade zu Beginn ablieferten, wurde dann durch die beiden Verletzungen von Saliakas und Sands ausgebremst. Saliakas verletzte sich bei einem Laufduell, welches er dann dadurch auch verlor, so daß es wohl die beste Chance für die SGE gab, die am Ende doch nicht wirklich hochprozentig war. Sands aber wurde ohne Not und so brutal gefoult, daß es für ihn das Saisonaus bedeutete – daß hier nur gerade mal Gelb gezeigt wurde, war dann eher ein Witz.

Unser Glück hingegen war, daß nach der mehr als zeifelhaften ersten Gelben gegen Ando bei dem kurz danach folgenden Vergehen, welches alleine Gelb verdient hätte, diese Karte stecken blieb, sonst hätten wir in Unterzahl spielen müssen – oder, bei beidseitig korrekten Karten, wären es dann irgendwann zehn gegen zehn gewesen. Doch daraus sollte nicht der Schluß gezogen werden, daß dieser Schiri für uns pfiff – selten habe ich so eine einseitig gegen uns geführte Partie gesehen, was da von Frankfurter Seite gehalten und unsere Spieler beidarmig niedergerungen wurden, ohne daß auch nur auf Foul entschieden wurde und das gefühlt am laufenden Band, während bei uns nahezu jede in dieser Richtung gehende Aktion sofort und das auch mal mit Gelb geahndet wurde. Das hatte Blessin am Ende so auf die Palme gebracht, daß er dafür Gelb sah…

Aber mit den Karten können wir definitiv besser klar kommen als mit den Ausfällen – gerade Sands war so ein wichtiger Spieler in unserem Aufbau mit immens defensiver Spielausrichtung, daß ich mir eigentlich nur ein Vorziehen von Smith vorstellen könnte, um diese Lücke dort zu schließen. Wie es denn auch in Gladbach der Fall war. Oder Rasmussen zeigt, wenn er denn wieder fit ist, daß er dies beherrscht, wahrscheinlicher wäre aber wohl Metcalfe. Die nächsten Aufstellungen dürften spannend werden – auch eine Rückkehr von Oppie, der einfach gegenüber seiner Konkurrenz das Nachsehen hatte, dürfte sich abzeichnen. Beim Gladbachspiel brachte er ja frischen Wind in die Partie.

Die Ergebnisse auf den anderen Plätzen hatten zur Folge, daß wir trotz des erkämpften und unerwarteten Punktes gegen die SGE auf den Relegationsplatz herunterrutschten. Punktgleich nach dem Frankfurtspiel mit Mainz und Köln, aber dem schlechteren Torverhältnis. Das hatte uns beispielsweise Gladbach in der Hinrunde vermasselt, die einen Punkt über uns vor dem Aufeinandertreffen am Freitag standen – und eben Werder mit eben jenem einen Punkt, die nun wieder das Siegen gelernt haben. Der Vorsprung auf Platz 11 betrug dann schon weitere drei Punkte, mit dem level beschäftigen wir uns erstmal nicht weiter zu diesem Zeitpunkt, aber die Vereine, die in der Region stehen, sind auch noch lange nicht sicher. Mit der Freitagsniederlage verlieren wir sicher weiter an Boden, aber die Saison wird ja bis zum Ende gespielt.

Was es zum Frankfurtspiel noch zu sagen gibt, ist das, was bei der tollen Halbzeitchoreo passiert ist. Natürlich sind solche Bannerwände bis kurz nach Wiederanpfiff eine Sichtbehinderung, aber für die politische Stellungnahme sind sie enorm wichtig und gehören zum Stadionerlebnis wie auch zur aktiven Fanszene dazu. Auf keinen Fall gibt es irgendeine Rechtfertigung, die beteiligten Personen, die sich die ganze Mühe machen, anzugehen. Das geht einfach gar nicht und der Fanladen hat dies nochmal sehr deutlich angesprochen: https://www.instagram.com/p/DVtbVLsDDQo/.

Damit aber thematisch hier genug zum 8. März. Das Spiel am Freitag, den 13., muß ja auch noch behandelt werden. Es gibt ja viel Aberglaube im Fußball, die unglückliche 2-0 Niederlage könnte sich fan damit erklären. Aber eigentlich gab es andere Gründe. Zum einen die Aufstellung, die in meinen Augen eher zu defensiv ausgerichtet war, Kaars bzw. Houtondji, die beide erst nach dem 2-0 kamen, hätte ich als schnelle Spitze von Anfang an gebracht, dafür eher Oppie als Ritzka, der ebenfalls erst dann gebracht wurde.

Die erste Viertelstunde drückte uns Gladbach stark in die Defensive. Nach 28 Minuten ergab sich für Fujita die erste gute Chance, er wurde leider leicht in den Rücken angespielt, sein Abschluß geriet darum etwas unplatziert und konnte auf der Linie gehalten werden. Smith paßte keine zehn Minuten später kurz vorm Sechzehner nicht auf und holt sich ne Gelbe für eine Klärungsaktion, die einen Gegenspieler am Kopf traf. Der Freistoß aus gefährlicher Position wurde leider sehr gut geschossen, direkt ins obere Eck. Vasilj ohne Chance.

In der Folgezeit kamen wir nicht wirklich nach vorn ins Spiel. Dann kam hinten eine weitere Unachtsamkeit dazu. In der 62. Minute fiel das 2-0. Da haben wir nicht aufgepaßt und uns darauf verlassen, daß der Ball ins Aus geht. Ging er aber nicht, der Gladbacher erlief den noch, paßte zurück auf einen Mitspieler, der ihn direkt nahm und dann noch abgefälscht wurde, so daß Vasilj wieder keine Möglichkeit hatte, den zu halten. Da kam einiges zusammen.

Am Ende hat uns Gladbach sechs Tore in zwei Ligaspielen eingeschenkt, ohne daß wir selber treffen konnten. Die sind Gift für unser Torverhältnis. Der Heimpunkt gegen Frankfurt wiegt dafür in positiver Hinsicht umso schwerer und könnte sich noch als sehr wichtig erweisen. Jeder einzelne Punkt muß in dieser Liga mit einer Topleistung erkämpft werden. In Gladbach war das zu wenig, gegen Frankfurt war das genau das, was benötigt wurde.

Wir müssen unsere Aufgaben in den anderen Endspielen erledigen. Nächste Woche kommt Freiburg zu uns, danach fahren wir zu Union Berlin. In beiden Spielen ist mit einer hundertprozentigen Leistung zumindest ein Punkt machbar. Danach kommen die Bayern ans Millerntor und werden unser Torverhältnis in Gefahr bringen, darum wird es dann gehen. Die Folgespiele entscheiden aber die Saison, daheim gegen Köln, dann in Heidenheim, Mainz und Wolfsburg bei uns und dazwischen nach Leipzig.

Insgesamt werden wir da wohl 12 Punkte aus den restlichen Spielen brauchen. Das ist im Bereich des Machbaren! Also, kein Grund zum Verzagen, ganz im Gegenteil. Wir müssen dran bleiben, alle zusammen. Auf St. Pauli!